Jugendstrafrecht

Das Jugendstrafrecht unterscheidet sich vor allem in den Rechtsfolgen vom Erwachsenenstrafrecht und ist im Jugendgerichtsgesetz (JGG) geregelt.

Das Jugendstrafrecht gilt für Jugendliche ab dem 14. bis zum 17. Lebensjahr und unter besonderen Voraussetzungen auch für Heranwachsende ab dem 18. bis zum 20. Lebensjahr.

Das Jugendstrafrecht stellt – im Gegensatz zum Erwachsenenstrafrecht – den Erziehungsgedanken in den Vordergrund (§ 2 JGG).

Das JGG kennt die folgenden eigenen Sanktionsmöglichkeiten.

– Erziehungsmaßregeln gem. § 9 JGG sind

die Erteilung von Weisungen (z.B. Arbeitsstunden abzuleisten, die Teilnahme an sozialen Trainingskursen wie Anti-Aggressions-Trainings, Täter-Opfer-Ausgleich)
die Anordnung Hilfe zur Erziehung in Anspruch zu nehmen (z.B. Erziehungsbeistandschaft, betreutes Wohnen)
– Zuchtmittel gem. § 13 JGG sind

die Verwarnung
die Erteilung von Auflagen
der Jugendarrest
– Jugendstrafe gem. § 17 JGG

Die Verhängung einer Jugendstrafe setzt die Feststellung von schädlichen Neigungen voraus. Sie kann im Höchstmaß 10 Jahre betragen.